Landseer von Württemberg

 

Geschichte

Als portugiesische und baskische Walfänger Neufundland ansteuerten, nahmen sie Hirtenhunde, die weißen Berghunde aus den Pyrenäen, die ihnen bei der täglichen Arbeit helfen sollten, auf ihren Schiffen mit. Die harten Lebensbedingungen formten einen genügsamen und wetterfesten Hund, der bereitwillig beim Einholen der Netze half, Lasten zog und bei Bedarf Schiffbrüchige rettete. Im 18. Jahrhundert nahmen britische Fischer die gutmütigen Riesen mit nach Hause. Hier soll nur gesagt werden, dass dieser erste Newfoundland Dog in England heimisch wurde und sehr beliebt war. Sicher hat man mit diesen Importen in England auch gezüchtet, aber nur im privaten Rahmen. Mit der Zeit wurden die rein schwarzen Neufundlandhunde bevorzugt, so das die schwarz-weißen Landseer fast in Vergessenheit gerieten. Erst 1870 eröffnete der Kennel-Club sein erstes Zuchtbuch und erst mit Beginn dieser Eintragung lässt sich das Zuchtgeschehen rekonstruieren. Man trennte die Zucht nicht nach Farben, auch nicht nach Typ. Was aus Neufundland stammte, galt als Neufundländer und konnte verpaart werden. Da die schwarze Fellfarbe in der Vererbung dominiert, war es nur eine Frage der Zeit, bis die schwarzen in der Überzahl waren. Der weiß-schwarze Hund hatte zwar sein gutes Wesen, seine imposante Gesamterscheinung und sein dekoratives Haarkleid an seine schwarze Nachkommenschaft vererbt, die damit nun punktete und als schwarze Neufundländer in der Gunst des Publikums ganz oben stand. Aber der weiß-schwarze Vater stand im Schatten und seine Tage in England waren gezählt und er zum verschwinden verurteilt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts nahmen sich deutsche und schweizer Hundezüchter der Erhaltung der zweifarbigen Variante an. Sie holten die letzten guten Tiere aus England und bauten damit um 1900 die kontinental-europäische Reinzucht der Landseer auf. Durch die zahlreichen Darstellungen ihrer Heldentaten seitens des englischen Malers Sir Edwin Landseer erhielt der zweifarbige Landseer seinen Namen und wurde in der ganzen Welt berühmt. Die viel bewunderten Bilder, die er schuf, fanden nicht nur in England weite Verbreitung, sondern auch auf dem europäischen Festland. Als der schwarze Neufundländer nach 1870 immer mehr und mehr in Mode kam, und den Namen Neufundländer für sich allein in Anspruch nahm, gab Dr. Gordon Stables, einer der bedeutendsten Kynologen der Zeit, dem großen weiß-schwarzen Hund aus Neufundland um 1880, den Namen des Malers, der diese Hunde so sehr geliebt und so oft dargestellt hatte. Zwecks dieser Umbenennung von "Newfoundland dog" zu „Landseer“ war die klare Unterscheidung der beiden aus Neufundland stammenden Rassen. 


Wesen

Der Landseer ist ein mächtiger Hund von natürlicher Schönheit. Neben dem körperlich imposanten Erscheinungsbild verfügt er, nach entsprechender Sozialisierung, über sympathische Wesensanlagen. Obwohl Landseer schwere, bärenstarke Hunde sind, ist ihr Temperament lebhaft. Sie sind gute Schwimmer, ihre Zehen sind durch Schwimmhäute miteinander verbunden. Und seit alter Zeit, als sich ihr Vorfahren bei der Arbeit im Wasser bewähren mussten, ist in ihnen ein wunderbarer Charakterzug lebendig: Der Drang zur Rettung hilfloser Wesen aus dem Wasser, ob Mensch oder Tier, notfalls bis zur Selbstaufopferung. Eine weitere Verwendung findet der Landseer in letzter Zeit verstärkt als Therapiehund, da er generell sehr lernfreudig ist. 

Seine vielen hochgeschätzten und wunderbaren Eigenschaften kann der sensible Landseer nur entfalten, wenn er in engem Kontakt mit seiner Familie lebt. Das Wichtigste für den Landser ist ein fester Platz in seiner Familie sowie eine klare Orientierung an seiner Familie. Er hängt an den Seinen, schaut selbstbewusst in die Welt, schmust auch gern und ist für jedes Spiel zu haben. Im engen Zusammenleben mit seinen Menschen entfaltet er seine vielen guten Eigenschaften. Der Landseer ist nach guter Sozialisierung und Erziehung ein Familienhund, treuer Gefährte und Freund. Teilweise übernimmt er von sich aus die Beschützerrolle. Ein ausgeglichenes Wesen zeichnet diesen Vierbeiner aus. 

Zum ausgefüllten Leben eines Landseers gehört das Gefühl gebraucht zu werden. Er will sich unbedingt nützlich machen. Es muss nicht eine sehr anspruchsvolle Aufgabe sein, so wie die Ausbildung zum Wasserrettungshund, es reicht auch eine banale Aufgabe wie das Begleiten zu Tätigkeiten seines Besitzers, Einkäufe tragen oder Spielsachen einsammeln. Auch im Umgang mit Haustieren ist er meist gutmütig. Ideal zur Haltung eines Landseers ist ein Haus mit eingezäuntem Garten, wo er sich frei bewegen kann und überall Zutritt hat. Eine Zwingerhaltung ist absolut ungeeignet und würde das Tier seelisch verkümmern lassen. 

Er ist, bei entsprechender Erziehung, ein angenehmer und ruhiger Haushund, der meistens nicht ohne Grund bellt. Gäste des Hauses begrüßt er zumeist freundlich. Fremden gegenüber verhält er sich wachsam und reserviert. Ein Landseer verfügt über eine ausgesprochen hohe Intelligenz und er neigt dazu eigenständig zu handeln, wenn man ihn lassen würde. Besonders hervorheben möchten wir die Anpassungsfähigkeit dieser Hunde, wobei der Landseer verschiedenste Situationen für sich erkennt und dementsprechend reagiert. Die alles macht ihn, bei guter Erziehung, zu einem sehr angenehmen Begleiter. 


(Quelle Deutscher Landseer Club)